Wir leben im Zeitalter der Blitzurteile. Jede:r und alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist, wird schnellstmöglich beurteilt und oftmals auch verurteilt.
Wer nimmt sich heute noch die Zeit, etwas oder jemanden wirklich kennenzulernen, bevor die ersten Konklusionen und Schlüsse aus Eindrücken und Wahrnehmungen gezogen werden?
Eine Dozentin während meiner Coaching-Ausbildung legte uns ans Herz, sich den Impuls des vorschnellen Urteilens möglichst lange zu verkneifen und stattdessen in das bestmögliche Kennenlernen und Begreifen des Menschen, des Themas, der Situation und des Kontextes zu investieren. Jeder neue Aspekt, jede neue Facette einer Geschichte kann das Gesamtbild grundlegend verändern, weshalb das Stellen guter Fragen und eine saubere Prozessführung so bedeutsam sind.
In den Sozialen Medien wird uns das Urteil zu einer Geschichte oft pfannenfertig mitgeliefert. Wir bekommen nicht nur erzählt, was passiert ist, sondern auch gleich noch, wie wir es interpretieren und wie wir uns dabei fühlen sollen.
So schnell ein Urteil gefällt ist, so hartnäckig erweist es sich bei vielen Menschen im Hinblick auf spätere Revision. Scham, Stolz und Schuldgefühle machen es mitunter sehr schwer, sich selbst oder anderen ein fehlerhaftes Urteil oder eine Fehleinschätzung einzugestehen.
Gönnt euch Zeit und Sorgfalt, bevor ihr urteilt.
Übernehmt von anderen nicht leichtfertig deren (Vor)Urteile.
Habt die Größe, fehlerhafte Urteile zu revidieren. Mit dieser Kurzanleitung erweist ihr euch nicht nur selbst einen großen Dienst, sondern auch allen sozialen Umfeldern, in denen ihr euch bewegt. 🍀☀️




