Vieles wird uns im zwischenmenschlichen Miteinander als Dialog verkauft, was sich bei näherer Betrachtung als Einbahnstraße erweist.
Kommunikative Abkipper nutzen ihre Gegenüber als Bühne, Projektionsfläche, Sandsack oder als mentalen bzw. emotionalen Schuttplatz, den sie nach Belieben zuschütten.
Ein Klassiker unter den Abkippern sind Menschen, die andere als seelische Mülleimer missbrauchen und dabei selbst kein Ohr für die Geschichten, Bedürfnisse und Nöte anderer haben.
Notorische Rechthaber und Besserwisser sind eine weitere Unterart des Abkippers. Da sie in der Regel von den eigenen Wahrheiten und Weisheiten maßlos überzeugt sind, lassen sie nur wenig Raum für Reflexion und Diskussion.
Auch Konfliktsituationen sorgen dafür, dass sich Menschen (temporär) in reine Abkipper verwandeln. Wenn sich zwei Streitende nur noch gegenseitig ihre (vermeintlichen) Verfehlungen, Irrtümer und Respektlosigkeiten vorwerfen, hat der Dialog keine große Chance mehr.
Zu einem Dialog gehören zwei und wenn ich feststelle, dass ich zur Schutthalde eines Abkippers degradiert werde, so ziehe ich mich aus der Verbindung zurück, weil es mir einfach nichts bringt - außer eingebüster Lebenszeit, guter Stimmung und Nerven.
Gerade fürsorgliche und empathische Menschen laufen gerne mal Gefahr, in den Fokus notorischer Abkipper zu geraten. Hier darf der Selbstfürsorge dann gerne auch mal eine höhere Priorität eingeräumt werden, um Frust und Erschöpfung vorzubeugen.




