Kommunikation - Wie können wir in etwas so schlecht sein, was wir täglich tun?

Wenn Übung tatsächlich den Meister macht, warum sind wir dann nicht alle längst Meister der Kommunikation? - immerhin praktizieren die meisten von uns diese Disziplin jeden Tag ohne Unterlass.

Banaler Grund Nummer 1 ist, dass etwas praktizieren noch lange nicht bedeutet, es auch (aktiv und bewusst) zu üben. Kaum eine Disziplin braucht die kritische Reflexion so dringend, um Fortschritte zu erzielen, wie die Kommunikation. Da ein Großteil der Kommunikation, die heute betrieben wird, dem Fire-and-Forget-Prinzip folgt, findet diese Reflexion und das dazu notwendige Feedback gar nicht statt.

Der zweite Grund ist nicht ganz so banal. Kommunikation gestaltet sich mit jedem Menschen anders. Ob es uns bewusst ist oder nicht, aber mit jedem Menschen pflegen wir eine individuelle Kommunikations- und Beziehungsebene, verwenden spezielle Vokabeln und Ausdrucksweisen, besprechen bestimmte Themen und haben andere Erwartungen an Verlauf und Ergebnis des Austauschs. Ich kann mit einem Menschen eine fantastische Kommunikation aufbauen und bei einem anderen Menschen in dieser Hinsicht komplett versagen.

Ich kann Kommunikation als rein funktionales Werkzeug einsetzen - z.B. um Inhalte zu vermitteln oder Strukturen zu schaffen -, ich kann sie aber auch dazu nutzen, um Beziehungen und Verbindungen zu anderen Menschen aufzubauen und zu kultivieren. In einem Beitrag wie diesem hier möchte ich eine gute Kombination aus beidem erreichen, weil mir sowohl die (hoffentlich inspirierenden) Inhalte wie auch die Menschen am Herzen liegen.

Gerade die Kommunikation, mit der Beziehungsarbeit geleistet wird, braucht das Feedback und dessen Reflexion wie die Luft zum Atmen. Nur wenn ich die mentalen und emotionalen Wünsche und Eigenheiten meines Gegenübers kennenlerne, verstehe und beherzige, habe ich die Chance, eine exzellente Kommunikation zu erschaffen, die den perfekten Nährboden für eine ebenso bereichernde Beziehung bereitstellt. Dies ist der Anspruch, den alle guten Kommunikatoren an sich stellen und es ist auch die Demut zu wissen, dass ich bei jedem neuen Menschen immer wieder bei Null starten muss.

Wenn wir der Kommunikation zu neuem Glanz verhelfen, zu mehr Tiefe und Qualität, profitieren auch unsere Beziehungen davon.